Update Jul²

In den Lehrmeinungen der Alpenvereine¹ und anderer Verbände (z.B. KLEVER e.V.), als auch auf Herstellerseite hat ein Paradigmenwechsel hinsichtlich dynamischer Sicherungsgeräte stattgefunden. Ausgelöst wurde dieser Wandel vor allem durch die kontroverse Diskussion in der Fachzeitschrift „bergundsteigen“ über die Zuverlässigkeit von Tubern und anderen dynamischen Sicherungsgeräten². Im Nachgang dieser Publikationen wurden von der Sicherheitsforschung des DAV und von EDELRID diverse Untersuchungen durchgeführt³, um Klarheit in die Situation zu bringen.

Dabei stellte sich heraus, dass bei der Partnersicherung mit Tubern – insbesondere bei der Anwendung in der Kletterhalle – die Gefahr eines Unfalls deutlich höher ist als mit Geräten mit Blockierunterstützung. Ein Tuber bietet keine Sicherheitsreserve, wenn bei einem Sturz das Bremshandprinzip verletzt wird oder das Gerät ohne entsprechende Aufmerksamkeit nicht in der Grundposition gehalten wird. Diese Eigenschaft von Tubern ist noch problematischer, wenn in der Seilschaft ein großer Gewichtsunterschied zwischen den Personen besteht, die sichernde Person geringe Handkraft und / oder wenig Erfahrung im Halten von Stürzen hat⁴.

Sowohl die Lehrmeinungen als auch die Entwicklung moderner Sicherungsgeräte geht seit dem klar weg von dynamischen hin zu bremskraft- bzw. blockier-unterstützenden Geräten (auch als Autotubes bekannt).

Aus diesem Grund hat EDELRID das Jul² Sicherungsgerät entwickelt.

Wir haben die Geometrie des Jul² derart verändern, dass es bei Seildurchmessern von 8.9 bis 11.0 mm zuverlässig abbremst und Stürze mit nur minimaler Handkraft gehalten werden können.


¹ Vgl. „Der Alpenverein empfiehlt („Lehrmeinung“)“ vom Österreichischen Alpenverein, Nov. 2014

² Vgl. „bergundsteigen“ Nr.3/13 „Wie sind wir da nur reingeraten“ und Nr.2/14 „Sicherungstechnik Teil 1 & 2“, beide Artikel von Thomas Lamme

³ Vgl. „bergundsteigen“ Nr. 3/14 „Sind Tuber noch akzeptabel?“ von Chris Semmel und Florian Hellberg

⁴ S.o.

EDELRID GmbH & CO. KG