Steckbrief

Name: Pirmin Bertle

Wohnort: Fribourg/Schweiz

Geburtstag: 29.05.1985

Geburtsort: Starnberg

Nation: Deutsch

Familienstand: Ledig, 1 Baby

Beruf: Student Psychologie

Hobbys: Klettern, Fotografieren, Bücher schreiben, Babysitting

 

Warum Klettern?

Die Frage „warum Klettern?“ habe ich mir eigentlich nie gestellt, was sicherlich schon mal ein gutes Zeichen ist. Und auch nach 13 aktiven Jahren, frage ich mich nur sehr selten: „Warum immer noch so viel klettern?“. Als Sohn eines Bergführers war es als Kind ganz natürlich ab und zu klettern zu gehen. Es machte meistens mehr Spaß als Angst, auch wenn mich im Vorstieg die 1m-Hakenabstände in der Halle zur Salzsäule erstarren ließen. Kraft hatte ich auch keine. Kurz: Man sagte mir keine glorreiche Karriere als Kletterer voraus.

Gleiches galt allerdings auch für so ziemlich alle anderen Sportarten und als ich mit 14 genug davon hatte, immer als letzter gewählt zu werden, kaufte ich mir ein Griffboard und begann mit dem Klimmzugtraining. Nach 6 Monaten täglicher Einheiten schaffte ich auch meinen Ersten (mit 2 Armen wohlgemerkt). Im Herbst ´99 zog ich gleichzeitig meine erste 6b. Die magische Grenze zum siebten UIAA-Grad war geknackt! Mein großes Ziel: Einmal 8b klettern zu können!

Meine Beweggründe haben sich seit dem siebten Grad zum Glück kaum geändert. Ich gehe nach wie vor an den Fels, um draußen zu sein, mit netten Leuten scheinbar sinnlos meine Zeit zu verbringen, immer noch ein bisschen mehr raus zu kitzeln. Immer ohne dabei zu übertreiben, ins Übertraining zu geraten oder alle freien Tage am Fels zu verbringen und mich so zu übersättigen. Und je älter und eigentlich erwachsener man wird oder werden sollte, desto wertvoller wird dieser Raum in dem man immer noch irgendwie ganz unproduktiv und ziellos spielen kann.

In jüngerer Vergangenheit mehren sich nun auch die kreativen Elemente dieses Sports bei mir: Fotografieren, Filmen, Routen und Boulder erstbegehen. So wie in unserem dieses Jahr in Druck gehenden Bildband Passion verticale über 12 Monate auf der Suche nach den schönsten Kletterspots Europas oder in Form der Mitgestaltung neuer Klettergebiete wie in Charmey, das sich mit über 25 Routen ab 8b und vier im neunten Grad zu einem wahren High End Spot gewandelt hat.

 

Ziele

Nach obigem Schwärmen für die Ziellosigkeit, müsste ich an dieser Stelle nun die Klappe halten. Aber als frisch gebackener Papa komme ich natürlich nicht ganz ungeschoren davon, was Planung und Verantwortung angeht. In Sachen Klettern sieht diese so aus, es mir nach Möglichkeit so zu erhalten, wie ich es bis jetzt getan habe. Mehr als dreimal die Woche trainiere ich ohnehin nicht und wenn der ein oder andere Felstag mal gegen Bouldertraining indoor eingetauscht werden muss, ist das auch nicht schlimm.

Ob ich unter diesen Umständen allerdings den fast schon obligatorischen Schritt für älter werdende Sportkletterer mit dem Alpinismus anzubandeln, tätigen werde, bleibt fraglich. Ich stehe einfach ungern früh auf und mag das Gefühl nicht, mich aus einer Wand zu wünschen. Dafür bin ich zu sehr Hedonist. Da verschiebe ich meine Interessen - sollte die Formkurve mal wirklich nicht mehr weiter steigen - lieber zu den oben genannten Kreativsparten des Kletterns. Da kann man in Regel aufstehen, wann man will.

Solang die Form aber stimmt, heißt das Ziel klar: 9b. Und vielleicht schon in diesem Frühjahr: 9a+. Und natürlich weiter schöne, schwere Erstbegehungen in Charmey, auf das es dort bald 50 Routen ab 8b gebe.

Nicht zu vergessen das Reisen, das Trittbrettfahren auf westlichem Wohlstand irgendwo zwischen spanischen Hügeln, das gelegentliche Aussteigen aus dem eigenen Bewusstsein und natürlich dem letzten der vier Wege klar zu kommen…

 

Motto

There´s only four ways to get it unraveled / one is to sleep and the other is travel / one is a bandit up in the hills / one is to love your neighbor, till…